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Artikel: Der Zehenspitzengang

 

Immer wieder werden mir Kinder in der Sprechstunde vorgestellt, die im Zehenspitzengang gehen. Die Verunsicherung der Eltern ist meist groß, da die Aussagen der eingeholten Meinungen meist sehr vielfältig sind. Welche Informationen sind nach aktueller Studienlage als sehr wahrscheinlich gültig anzusehen. Viele Kinder werden während ihrer Entwicklung vorübergehend im Zehenspitzengang gehen. Meistens findet diese Phase […]

Immer wieder werden mir Kinder in der Sprechstunde vorgestellt, die im Zehenspitzengang gehen. Die Verunsicherung der Eltern ist meist groß, da die Aussagen der eingeholten Meinungen meist sehr vielfältig sind. Welche Informationen sind nach aktueller Studienlage als sehr wahrscheinlich gültig anzusehen.
Viele Kinder werden während ihrer Entwicklung vorübergehend im Zehenspitzengang gehen. Meistens findet diese Phase im Alter von 2 bis 3 Jahren statt. Nach ca. 1-2 Jahren stellt sich dann in den meisten Fällen ohne jede Therapie ein nomales Gangbild ein.
Von diesem normalen Entwicklungsprozess unterscheidet sich der pathologische Zehenspitzengang, der aufgrund von Muskel- oder Gelenkstörungen, aber auch als Folge eines Autismus auftreten kann.
Wie unterscheide ich die normale von der pathologischen Form?

Kann das Kind auch normal über die Hacke gehen (d.h. beim Aufsetzen des vorderen Fußes setzt zuerst die Hacke auf)? Kann das Kind beim Hinhocken die Fersen am Boden lassen? Wenn ja schließt es im Wesentlichen eine Muskel- Gelenkstörung als Ursache aus.
Ist das Kind zum normalen Kontakt fähig (spielt es mit anderen Kindern, kann es Augenkontakt halten, kann es sich normal unterhalten) so ist auch ein Autismus unwahrscheinlich.
Auch bei einem unauffälligen Testergebnis sollten Sie den Kinderarzt auf das Problem hin ansprechen und seine Meinung dazu einholen.

Geschrieben am 02.06.2011 von Dr. Uwe Diedrich in der Kategorie "Kinderheilkunde".